Die Dow Theorie

Die heutige technische Analyse beruht zu großen Teilen auf der “Dow Theorie” von Charles Dow. Charles Dow und Edward Jones gründeten im Jahr 1882 die Dow Jones & Company, welche schon kurz darauf (2
Jahre nach der Gründung) den ersten Aktienindex veröffentlichte.  
Im weiteren Verlauf wuchs der Industrie-Aktienindex auf 30 Aktien – die Anzahl, welche heute noch gilt.
 
Die sog. Dow-Therie besteht ursprünglich aus einer Serie von Artikeln, welche Dow für das Wall Street Journal schrieb. Erst kurz nach Dow´s Tod fasst S.A. Nelson diese Artikel in seinem Buch “The ABC of Stock Speculation” zusammen und verwendete zum ersten Mal offiziell den
Begriff DOW THEORIE.  
 
Die Dow Theorie hat im Wesentlichen 6 Kernaussagen, welche selbst heute noch die technische Analyse massiv prägen.

1. Die Indizes enthalten alle Informationen.
Die Kernaussage dieses Punktes ist, dass der Chart und der Kurs bereits alle wichtigen Faktoren enthalten und Angebot und Nachfrage optimal wiederspiegel. Eine Fundamentalanalyse ist damit nicht mehr notwendig, da im Chart alles abgebildet wird, was dem grundsätzlichem Prinzip der Technischen Analyse entspricht.


2. Der Markt hat 3 Trends
Gemäßs Dows Aussagen gibt es 3 Trends. Den primären Trend (= langfristiger Trend), den sekundären Trend (= mittelfristiger Trend) und den untergeordneten Trend (= tertiärer Trend).
Dow definierte einen Aufwärtstrend dadurch, dass ein Hochpunkt bei jeder aufeinanderfolgenden Bewegung oder Ralley höher liegt, als derjenige der voran gegangenen Bewegung. Gleichzeitig liegt jeder Tiefpunkt ebenfalls höher als der Tiefpunkt der vorangegangenen Bewegung.
Bei einem Abwärtstrend verhält es sich entgegegengesetzt.


Der Primärtrend (langfristige Trend) wird dabei stets durch Sekundärtrends in entgegen gesetzer Richtung unterbrochen. Es handelt sich dabei um Korrekturen, die stattfinden, wenn die vorangegangene Dynamik des Primärtrends eine Verschnaufpause erforderlich macht.
Die Bewegungen der Primärtrends und der Sekundärtrends werden durch kleinere Preisschwankungen – den Tertiärtrends – überlagert. Diese Tagesbewegungen werden auch  als Rauschen bezeichnet, das für die übergeordneten Trends ohne Bedeutung ist.
 

3. Primäre Trends haben 3 Phasen
Gemäß Dow besteht der Primäre Trend aus 3 Phasen: Der Akkumuluationsphase, die Phase der öffentlichen Beteiligung und die Distributionsphase.

In der Akkumulationsphase steigen die scharfsinnigen und gut  informierten Investoren ein. Analysten erkennen hier eine Trendumkehr und eröffnen frühzeitig ihre Positionen.
In der zweiten Phase – der Phase der öffentlichen Beteiligung fangen die meisten Trendfolger an, ihre Positionen aufzubauen und die Kurse bewegen sich zügig in Trendrichtung.
In der Distributionsphase (meist wenn bereits Zeitungen, Nachrichten usw von guten Chancen und Investments berichten) steigen die uninformierten Investoren ein und die informierten Investoren (welche bereits in der Akkumulationsphase ihre Positionen eröffneten) bauen diese ab.  

4. Die Indizes müssen einander bestätigen
Diese Aussage bezog sich ursprünglich auf den Industrie – und den Eisenbahnindex. Dow war davon überzeugt, dass bei einem Bullen – oder Bärenmarkt beide Indizes sich gegenseitig bestätigen mussten, um ein valides Signal zu liefern. Wichen beide Indizes voneinander ab, ging Dow von einer Fortsetzung des bestehenden Trends aus.

5. Das Volumen muss den Trend bestätigen
Das Volumen muss stets die Trendrichtung bestätigen. Das bedeutet, dass das Volumen in Richtung des vorherrschenden Trends ansteigen sollte und in Korrekturphase fallen sollte. In einem primären
Aufwärtstrend sollte das Volumen demzufolge auch steigen, wenn die Kurse neue Hochs erreichen und fallen, wenn die Kurse fallen.
Bei einem Abwärtstrend sollte das Volumen entsprechend steigen, wenn die Kurse weitere Tiefs erreichen und fallen, wenn die Kurse ansteigen.
Auch im heutigen Trading spielt das Volumen das Indikator und Kontrollmechanismus eine wichtige Rolle und sollte unbedingt beachtet werden.

6. Ein Trend besteht so lange, bis es es definitive Signale zu einer Umkehr gibt
Bereits die erste Aussage impliziert diese 6.Regel von Dow. Tendentiell tendiert der Markt dazu, einen bestehenden Trend fortzusetzen. Eine Trendumkehr muss zwingend bestätigt werden. Für uns ist es wichtig im Chart eindeutige Signale zu erkennen. In Abbildung 2 sehen wir z.b. links einen “Failure Swing” und rechts einen “Non-Failure Swing”. In beiden Chartmustern haben wir einen Aufwärtstrend und der Tiefpunkt der letzten Korrektur wird unterschritten. Somit würden Dow Theoretiker bereits von einer Tremdumkehr sprechen.

Der Failure Swing ist (daher der Name) führt dabei oft auch noch zu Fehlsignalen, da wir uns ggf. noch im sekundären Trend befinden (Welcher die Korrektur darstellt) und die Trendumkehr noch nicht 100%
valide ist. Daher gilt der Non-Failure Swing als weitaus stärkeres Signal. Bei S1 wird bereits das letzte Tief unterschritten. Die entgültige Bestätigung erhalten wir beim Punkt S2.

 

Team PimpyourTrading

 

Beitrag verfasst von:

Michael Goder

Die Dow Theorie
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